Anfahrt Der Ritterkeller
Über m Mäuerle 7
(Eingang Burgstr.)
87435 Kempten

Tel. 0831-15702


Öffnungszeiten:
Di-Do: 20:00 - 1:00 Uhr
Fr, Sa: 20:00 - 3:00 Uhr
Biergarten bis 24.00 Uhr

Unsere Meinung zum Thema:
Jugendschutz

Jugendalkoholismus ist weltweit ein gesellschaftliches ernstes Problem mit vielfältigen Ursachen.

Mache Dir selbst ein paar Gedanken warum Jugendliche immer früher immer mehr Alkohol trinken!

Die Polizei fährt regelmäßige Einsätze, um Situationen zu schlichten, die aufgrund massiven Alkoholkonsums eskaliert sind. Diese Kundschaft der Polizei wird immer jünger. 12 und 13 jährige Jugendliche (laut Gesetz eigentlich noch Kinder!) sind polizeilich registriert, weil sie regelmäßig nachts betrunken aufgegriffen werden. Die Polizei kann die Jugendlichen lediglich nach Hause bringen oder im Fall einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. In den meisten Fällen werden die Jugendlichen aber, laut Aussage der Polizei, zwei Stunden später an einer anderen Straßenecke aufgegriffen! Viele Eltern interessiert es wirklich nicht was ihre Kids so treiben!

Lärm, Sachbeschädigungen, herumliegender Müll, Erbrochenes und anderer Unrat, den die Jugendgruppen hinterlassen, stressen nicht nur die Stadtgärtnerei und den Bauhof, die das Chaos beseitigen müssen, sondern sind natürlich auch den Anwohnern ein Dorn im Auge! Somit ist die „Null-Toleranz-Linie“ der Stadt und der Polizei ganz leicht erklärt! Die Jugendlichen sind nirgendwo erwünscht, sie sind laut, nehmen Drogen, saufen, hängen herum, sind laut PISA zu dumm, sich zu merken, wie unsere Kanzlerin heißt,…Und dieses Bild wird mal kurzerhand auf alle Jugendlichen übertragen, sodass sich auch die Jugendlichen nicht in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen, die friedlich zusammen sitzen.

Die Meldung dieser Vorfälle, in die Jugendliche verwickelt sind, gehen ans Jugendamt. Der Behörde gibt der Gesetzgeber nur wenige Möglichkeiten. Die Eltern werden zu einem Beratungsgespräch eingeladen. Sehen diese keine Notwendigkeit, sich mit der Erziehungssituation ihrer Sprösslinge auseinanderzusetzen geschieht erstmal nichts. Es sei denn, das „Kindeswohl ist massiv gefährdet“, das heißt erst bei Anzeichen einer starken Verwahrlosung oder Vernachlässigung wie Alkoholvergiftungen oder strafrechtlichen Schwierigkeiten kann das Jugendamt die Eltern zur Kooperation zwingen! Die Polizei möchte, dass sich das Jugendamt um Erziehungsfragen kümmert! Dem Jugendamt sind die Hände gebunden, aus zeitlichen und finanziellen Gründen und aufgrund der Tatsache, dass der Gesetzgeber zu lange braucht, gesellschaftliche Veränderungen aufzugreifen!

Ach ja, da wäre ja eigentlich auch noch die Schule! Die Lehrer sind aber bereits damit überfordert, ihren Unterrichtsstoff durchzukriegen und können nicht auch noch Präventionsarbeit machen und sich um die Familiensituationen der Schüler kümmern.

Die Sozialpädagogen, Mitarbeiter der Jugendtreffs und Streetworker können auch nur der etablierten Meinung der Jugend, dass Saufen “cool“ ist, entgegenwirken. Einzelne werden durch die soziale Arbeit erreicht, nicht aber gesellschaftliche Veränderungen!

Der Stadtrat dachte sich, es wäre ein kluger Schachzug, die ganze Stadt mit Verboten zu zupflastern! Mittlerweile darf der Kemptener Bürger und der Urlauber, gleichgültig welchen Alters, außerhalb der Gastronomie keinen Alkohol mehr trinken! Wenn er es doch tut, verdient die Stadt beim ersten mal 35 €, dann 70 €….! Die Satzungen sucht man auf der Homepage der Stadt Kempten www.kempten.de – bürger büro - politik+verwaltung – und dann weiter klicken, suchen, weiter klicken, irgendwann findet man die Satzungen, die Alkoholkonsum und Aufenthalt regeln…oder auch nicht!

Das Ordnungsamt war zunächst ganz begeistert von der neuen Einnahmequelle, allerdings waren Anfang des Jahres bereits über 200 Verstöße gegen die „Alkoholsatzungen“ zu bearbeiten!

Und was ist mit den Wirten?

Das Jugendschutzgesetz verbietet die Abgabe von Spirituosen unter 18, bzw. erlaubt Bier, Wein und Sekt ab 16.

Unter 16 Jahren ist den Jugendlichen der Zutritt zu Gaststätten ohne Erziehungsberechtigte gesetzlich verboten , das heißt dass fast alle Jugendlichen bis zu ihrem ersten Gaststättenbesuch bereits einschlägige jahrelange Alkoholerfahrung haben.

Obwohl ein Drittel unserer Kundschaft zwischen 16 und 18 war, haben wir trotz massiver Kontrollen keine einzige Eintragung wegen eines JSch Verstosses! Wir haben wie die meisten Gastronomen Jugendlichen nur weichen Alkohol oder alkoholfreie Getränke verkauft und sie gegebenenfalls behütet, indem wir ihnen den Umgang damit beibrachten.

Nach jahrelangem Druck durch teilweise wöchentliche Kontrollen in meist den gleichen Lokalen und vielen ergebnislosen Gesprächen mit allen Beteiligten sahen auch wir uns schweren Herzens gezwungen ein Drittel unserer Kundschaft, nämlich alle unter 18 auszuschließen.

Für Personal und Gäste war es nicht mehr tragbar mit 30 Jahren immer wieder den Ausweis zeigen zu müssen, alle fühlten sich kriminalisiert. Durch die häufigen Störungen genervt war dadurch die gute Stimmung/Atmosphäre des Abends wie abgerissen. Konzessionsentzugsandrohungen wenn jemand kurz nach 24°° und kurz vor dem 18.Geburtstag an der Eingangstüre auf den Vater wartet, Bußgelder wenn man einen Jugendlichen auf die Toilette gehen lässt,…zwangen auch uns irgendwann zu konsequenten Reaktionen. Es macht auch auf Dauer keinen Spaß sich mit gefälschten oder ausgeliehenen Ausweisen herumzuärgern, ebenso mit älteren Kumpels die Schnäpse weiterreichen, wenn von der Polizei und dem Ordnungsamt nicht gegen die Jugendlichen, sondern gegen den Wirt ermittelt wird!

Festzustellen bleibt, dass wir Gastronomen den Heranwachsenden und Jugendlichen nicht den Alkohol verkaufen, den sie Privat oder in der Öffentlichkeit trinken. An Supermärkten und Tankstellen wo sie ihn kaufen, ebenso bei den zahlreichen Festen oder im Umland finden nahezu keine Kontrollen statt.

Die Diskussion über vereinzelte und verbotene Flatratepartys schiebt den schwarzen Peter den Wirten zu und lenkt nur von dem generellen Problem ab, das ohne diese Veranstaltungen genauso existent ist.

Sofern die Kneipen in den letzten Jahren nicht schließen mussten, gewähren mittlerweile fast alle namhaften Lokale in Kempten keinen Einlass mehr unter 18 Jahren.

Das Ergebnis ist eine Verlagerung und Verschärfung der Problematik, weil mittlerweile auch die Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren auf die Strasse gedrängt werden.

Die Jugendlichen brauchen mehr alternative Freizeitmöglichkeiten, Freiräume, Aufenthaltsmöglichkeiten, ….auch abends, am Wochenende und in den Ferien!

Kontrollen sind leider nötig und sollten überall stattfinden, auch bei Tankstellen, Supermärkten, sämtlichen Festen und öffentlichen Veranstaltungen.

Aufklärung und Alternativen für die Jugendlichen und Hilfen für die Eltern bringen mehr als massive Gaststättenkontrollen und Verbote.

Wir Gastronomen wollen nicht länger der Sündenbock für gesellschaftliche Missstände sein!

Jeder Euro investiert in die Jugend spart fünf Euro für Polizei und Suchtfolgen!

Die Jugend ist die Zukunft unserer Gesellschaft!